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Hausaufgaben sind integraler Bestandteil des schulischen Lernens am Burgau-Gymnasium. Sie ergänzen die schulische Arbeit, deren wesentlicher Teil im Unterricht geleistet wird. Oftmals ist es so, dass Hausaufgaben zu Unrecht kaum hinterfragte Selbstverständlichkeit schulischen Lernens sind. Sie nehmen Zeit in Anspruch, sind häufig Ausgangspunkt für Enttäuschung, Selbsttäuschung und Konflikte. Dabei haben sie das Potenzial – im Zusammenspiel mit dem Unterricht – zukunftsbestimmende Grunderfahrung im individuellen Lernprozess zu sein. Hausaufgaben werden in vielfältigen Formen gestellt – schriftlich und auch mündlich. Die Schülerinnen und Schüler sollen – unterstützt von anderen – sich darin üben, den eigenen Lernprozess selbst zu organisieren und durch eigenes Handeln Selbstwirksamkeit zu erfahren. Von dem Erfolg selbsterledigter Aufgaben hängt dabei nicht nur die Qualifikation in verschiedenen Wissensfeldern, sondern auch eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung ab. Neben Erfolgsergebnissen ist dabei auch die bewusste Erfahrung und Verarbeitung des gelegentlichen Misslingens wichtig. Das Misslingen soll aber nicht zur Frustration, sondern zu verstärkten Anstrengungen führen. Insofern fördern intelligente und motivierende Hausaufgaben auch die Anstrengungsbereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler. Im Sinne des kompetenzorientierten Lernens zeigen Hausaufgaben besonders gut, über welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler schon verfügen und wo noch Nachholbedarf besteht.

Der guten und engen Zusammenarbeit mit den Eltern kommt hier besondere Bedeutung zu; der vertrauensvolle Austausch zwischen Eltern, Lehrkräften und Schule bzw. Schülerinnen und Schülern ist Grundlage für Hausaufgaben und weitere außerunterrichtliche Aktivitäten.

1.

Zusammengefasst dienen Hausaufgaben folgenden Zwecken:

  1. sie dienen dazu, das im Unterricht Erarbeitete einzuüben, einzuprägen und anzuwenden

  2. sie sollen zur Vorbereitung neuer Aufgaben dienen, die im Unterricht zu lösen sind

  3. sie geben Gelegenheit zu selbstständiger Auseinandersetzung mit einer neuen Aufgabe

  4. sie dienen dazu, dass unsere Schüler fähig werden, Lernvorgänge selbst zu organisieren, Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbständig zu wählen und einzusetzen

  5. sie bereiten auf das lebenslange und selbstorganisierte Lernen auch zu Hause vor

2.

Hausaufgaben werden grundsätzlich nicht als Ersatz für fehlenden oder ausgefallenen Unterricht aufgegeben; auch zur Disziplinierung sind zusätzliche Hausaufgaben nicht zulässig. Werden Hausaufgaben allerdings nicht erledigt, obwohl der Schüler oder die Schülerin offensichtlich dazu intellektuell und zeitlich in der Lage war, muss die Hausaufgabe nachgeholt werden.

3.

Da Hausaufgaben in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen müssen, achten wir darauf,

  1. dass Hausaufgaben auch individualisiert werden können

  2. dass die Schülerinnen und Schüler sich – in Absprache mit dem Lehrer – selbst Aufgaben geben und diese zielsicher erledigen können.

  3. dass Hausaufgaben in einer Auswahlkontrolliert werden

  4. dass Schülerinnen und Schüler eine individuelle Rückmeldung zur Hausaufgabe erhalten.

4.

Zur Einübung in selbstständiges Arbeiten setzen wir auch Wochenplanarbeit und die Arbeit an Portfolios bzw. weitere Formen von Hausaufgaben ein, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, Arbeitstempo, Arbeitseinsatz  und Arbeitsrhythmus selbst zu bestimmen.

5.

Schülerinnen und Schüler können in ihrem Heft die Zeit vermerken, die sie zur Erledigung der Hausaufgabe benötigt haben. Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern achten selbst darauf, dass eine Rückmeldung an den Klassenlehrer erfolgt, wenn die zeitliche Belastung der Hausaufgaben das im Hausaufgabenerlass vorgeschriebene Maß überschreitet. Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer informieren Eltern und Kinder über die wesentlichen Bestandteile des Hausaufgabenerlasses zu Beginn eines jeden Schuljahres. Die Information an die Eltern erfolgt auf der jeweils ersten Pflegschaftssitzung. Derzeit gelten für die Bearbeitungszeiten der Hausaufgaben (siehe auch den Hausaufgabenerlass BASS 12-31 Nr. 1) folgende Anhaltspunkte:

  1. für die Klassen 5 und 6 sind höchstens 90 Minuten angemessen

  2. für die Klassen 7 bis 10 sind höchsten 120 Minuten angemessen

Lehrerinnen und Lehrer tragen die gestellte Hausaufgabe für den Tag ins Klassenbuch ein (Fälligkeitsprinzip), zu dem die Aufgabe vorliegen soll; so verfahren auch die Schülerinnen und Schüler, die die Aufgaben in ihr Hausaufgabenheft eintragen. Damit ist ein schneller Überblick gewährleistet, was am jeweiligen Tag vorliegen muss.

6.

Fehlt ein Schüler im Unterricht, wenn eine Hausaufgabe gestellt wird, so sollte im Einzelfall und unter pädagogischen Gesichtspunkten entschieden werden, ob die Hausaufgabe nachgeliefert werden muss. Ggf. ist den betroffenen Schülerinnen und Schülern genügend Zeit einzuräumen, um die Hausaufgabe nachzuholen. Es empfiehlt sich, schon in Klasse 5 Lernpartnerschaften zu etablieren, die sicherstellen, dass erkrankte Schülerinnen und Schüler durch den jeweiligen Lernpartner  die Hausaufgabe erhalten.

Werden Hausaufgaben wiederholt ohne nachvollziehbare Entschuldigung oder Erklärung nicht vorgelegt, so informiert der Fachlehrer die Eltern (Kopie an Klassenlehrer) und vereinbart, wie die Fertigstellung der Aufgaben sichergestellt werden kann. Die konkreten Maßnahmen werden auch dem Klassenlehrer bekannt gemacht und in der Schülerakte (Kopie des Schreibens) festgehalten. Dabei soll nicht von einem starren System ausgegangen werden, das beispielsweise besagt, dass nach dem 3. Mal die Eltern informiert werden.Werden Hausaufgaben wiederholt nicht oder nur ansatzweise angefertigt, kann die Lehrkraft  Schülerinnen und SchülerAufgaben am Freitagnachmittag in der Zeit von 13.15 Uhr bis 14.45 Uhr unter Aufsicht anfertigen lassen. Die Eltern erhalten darüber eine Mitteilung.

7.

Damit Hausaufgaben ihren Zweck (s.o.) erfüllen können, bietet das Burgau-Gymnasium eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen an:

  1. Die Hausaufgabenbetreuung.

    Gegen ein geringes Entgelt (zurzeit 50.-€ pro Halbjahr und Nachmittag) kann jeder Schüler und jede Schülerin der Klassen 5-7 am Burgau-Gymnasium an der professionellen Hausaufgabenhilfe am Nachmittag (außer Freitag)von 13.55 – 14.25 Uhr teilnehmen. Die Hausaufgabenbetreuung findet in kleinen Gruppen statt und wird von Fachlehrern, Referendaren und Oberstufenschülern begleitet.

  2. Selbstlernzentrum

    Das Selbstlernzentrum steht den Schülern der Sekundarstufen I und II ab der 3. Stunde zur Verfügung.  Hier können die Schüler selbstständig Rechercheaufgaben am Computer erledigen und in Ruhe und unter Aufsicht selbstständig weitere Aufgaben bis zum Beginn der 7. Stunde lösen.

  3. Individuelle Nachhilfe »Schüler helfen Schülern«

    Unser Konzept »Schüler helfen Schülern« unterstützt die Mitschüler gegen ein geringes Entgelt auch beim Anfertigen der Hausaufgaben.

  4. Förderunterricht

    Hausaufgabenhilfe bietet ggf. darüber hinaus der Förderunterricht. Erste Zielsetzung des Förderunterrichts ist allerdings die Stärkung von grundlegenden Kompetenzen.

    Ergänzungsstunden in den einzelnen Fächern (vorzugsweise in Deutsch, Englisch und Französisch) bieten Gelegenheit, sich intensiv mit den Hausaufgaben zu beschäftigen.

8.

Zur Unterstützung der häuslichen Aufgaben ermuntern wir die Schülerinnen und Schüler und unsere Kolleginnen und Kollegen dazu, neue Medien verantwortlich so einzusetzen, dass sie mit ihrer Hilfe u.a.:

  1. Hausaufgaben als E-mail an den Lehrer senden können

  2. sich über Aufgaben und deren Lösung mit anderen Schülern in Verbindung setzen können

  3. neue Medien auch als Lernhilfen (Vokabellernprogramme, Mathematikprogramme am Rechner etc.) nutzen können

  4. Rechercheaufgaben selbstständig lösen können

  5. internetbasierte Lernformen Schritt für Schritt einzuführen

9.

Hausaufgaben sollen unter pädagogischen Aspekten Anerkennung finden. Im Rahmen der sonstigen Mitarbeit werden sie zur Bewertung derselben herangezogen. Damit die Sinnhaftigkeit von Hausaufgaben von den Lernern verstanden und nachvollzogen werden kann, sollen Hausaufgaben Anerkennung finden. Dabei stehen u.a. folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. besonders gelungene Hausaufgaben werden am Schwarzen Brett der Klasse ausgehängt

  2. die Haushefte, die die Hausaufgaben enthalten, werden stichprobenartig dem Fachlehrer vorgelegt, der Worte der Anerkennung in den Heften vermerken kann

10.

Zur individuellen Förderung  unserer Schülerinnen und Schüler können diese

  1. Kurzreferate vorbereiten, die in den Unterricht integriert werden

  2. besondere Hausaufgaben machen, die sich von den anderen in Umfang und Schwierigkeitsgrad unterscheiden

  3. im Rahmen der Hausaufgaben an Wettbewerben teilnehmen

Hausaufgabenkonzept Burgau-Gymnasium, Düren, allgemeiner Teil vom 22.02.2012; für die Hausaufgabenkonzepte der Fächer siehe Beschlüsse der Fachkonferenzen.
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